Leaves‘ Eyes – Symphonies Of The Night: Düster währt ewig

Leaves‘ Eyes zählen eigentlich zu den Bands, bei denen man sich wenig Sorgen machen muss – sei es auf Festivals oder bei neuen Platten, die norwegisch-deutschen Wikinger stehen seit einem Jahrzehnt für Qualität und verdammt schicke Kleider.

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Der allererste Eindruck des neuen Albums „Symphonies Of The Night“ ist hingegen nicht der Beste – „Hell To The Heavens“, das bereits als Single an den Start ging, wäre an späterer Stelle der Scheibe vermutlich besser gekommen, denn mit dem säuslig-süßen Intro, das Liv Kristine da ins Mikro quietscht, versteift sich erst einmal jeder Muskel im Körper, panisch befürchtend, Leaves‘ Eyes hätten ihre Eier verloren, doch keine Sorge – spätestens bei „Maid Of Lorraine“ tritt der kräftige Sopran in Einsatz und tritt den vielen mittelmäßigen Gothic Metal-Bands in den Pöter.

Und ab dem Zeitpunkt steigt die Qualität der Songs auch exponentiell in die Höhe, ein Ohrwurm jagt den nächsten, besonders der Titeltrack „Symphony Of The Night“ zeigt die seit 2003 aktive Band in ihrem vollen Leistungsspektrum – Folk-Elemente natürlich inklusive!

Genial sticht auch „Hymn To The Lone Sands“ hervor, das unauffällig als Ballade beginnt und sich danach zu einem der härtesten Songs entwickelt, die Leaves‘ Eyes je zu bieten hatten, Alex Krull growlt sich hier vor bis zum klassischen Death Metal, doch Liv packt ihn immer wieder am Pferdeschwanz und zieht den Track Richtung Gothic zurück, ein geniales Zusammenspiel zwischen dem Paar, das trotz riesiger stimmlicher Gegensätze sich nie gegenseitig die Show stiehlt.

Elf abwechslungsreiche Songs beweisen auf „Symphonies Of The Night“, dass der Gothic Metal nicht zu einem völlig ausgelutschten Genre geworden und auf Liv Kristine immer noch Verlass ist. Chapeau, Milady!

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Über Anne-Catherine Swallow

Geboren 1987 in Heidelberg, aufgewachsen in Paris, Diplom Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus aus Hildesheim. Zu haben für alles, was laut, düster und böse ist.