Annthrax

31 Euro ohne Sushi, oder: Warum ich britische Ticketbörsen hasse.

Wie bereits erwähnt, ziehe ich bei jeglichen Tourankündigungen meiner Lieblingsbands in Erwägung, meinen Job zu kündigen, mein Haus zu verkaufen und mit Säckchen über der Schulter nach Uruguay auszuwandern, vorausgesetzt da gibt es meine heißbegehrten Konzerte. So ist dies nun – wieder mal – im Dezember der Fall mit England und ich scharre bereits mit den Hufen. Flugtickets, Hotelunterbringungen und festes Schuhwerk wurde innerhalb einer Stunde besorgt, schließlich hat man Übung darin, doch dann… oh Gott! Die Konzertkarten!

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Auch Shakespeare bekommt keine Tickets zu seinen Stücken (Foto: A.Swallow)

Auch Shakespeare bekommt keine Tickets zu seinen Stücken (Foto: A.Swallow)

Lasst mich das mal rasch skizzieren:
Ich möchte zwei Konzerttickets kaufen, eins für Manchester, eins für Wolverhampton (dafuq ist Wolverhampton?), gleiche Band, zwei aufeinander folgende Tage. Klingt ganz einfach, ist es eigentlich auch. Nicht bei britischen Ticket-Verkauf-Seiten.

Die Tatsache, dass ich keinen „Warenkorb“ auf der Page gefunden habe, ist vielleicht noch meiner allgemeinen Dämlichkeit zu verdanken, doch what is that denn?! Da findet man hochergötzt seine beiden Show, möchte den Kauf rasch hinter sich bringen, aber nein:
Bei Ticketmaster ist es NICHT möglich, zwei Tickets zusammen zu kaufen. Scheinbar verursacht es zu viel organisatorisches Chaos, die beiden Papierfetzen in EINEN Umschlag zu packen. Stattdessen werden die SEPARAT verschickt. Se-pa-rat!

Print-at-home-Tickets gibbet’s nüscht. Wobei wir beim nächsten Thema wären… Das Ticket für Wolverhampton kostet 11 Pfund. Der Versand 13. Ja, das klingt fair. Wenn ich also zwei Briefumschläge mit Schnipseln als Inhalt über eine Entfernung von 900 Kilometer versendet haben möchte, kostet mich das 26 Pfund, ergo 31,04 Euro.
Freunde, für den Preis kriege ich einen gottverdammten Flug auf eure Insel!!

Doch es geht noch weiter: Warum wollt ihr wirren Börsen für ein Ticket derselben Band auf derselben Tour in demselben Land einmal 11 Pfund und einmal 24? Also wenn’s in Manchester kein Sushi dazu gibt, lauf ich aber Amok! Mich schlicht und einfach als Journalist dort akkreditieren zu lassen, habe ich übrigens gedanklich schon zu den Akten gelegt, mir hat da eh niemand geantwortet. I think I schrei gleich. Wenn die Band mich nicht für meine Mühen zum Golfen einläd, hackt’s aber, Herr Jordison!

Britain, I love you, aber bei euch wäre ich vermutlich eher Filmfreak geworden.

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Über Anne-Catherine Swallow

Geboren 1987 in Heidelberg, aufgewachsen in Paris, Diplom Kreatives Schreiben & Kulturjournalismus aus Hildesheim. Zu haben für alles, was laut, düster und böse ist.