schwache Vorstellung

Bully macht Buddy – Die Gags zünden nicht

„Bully macht Buddy“– Nein, tut er nicht. Zumindest nicht in der ersten Episode der gleichnamigen Sitcom, in der sich doch angeblich alles um die fiktive Entstehungsgeschichte des neuen Kinofilms von Michael Bully Herbig dreht. Stattdessen geht es primär um Beziehungsprobleme (wie originell).

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Gaststar SarahConnor bei Bully macht Buddy, Quelle ProSieben, Foto: Alexandra Beier

Gaststar SarahConnor bei Bully macht Buddy, Quelle ProSieben, Foto: Alexandra Beier

„Hinter den Kulissen“, das is eigentlich immer ein dankbares Thema für Filme und Serien. Egal ob es sich dabei um eine Filmproduktion handelt wie  etwa Die amerikanische Nacht von Truffaut und DiCillos Living in Oblivion oder um die Produktion einer Show wie 30 Rock. Auch kann es sehr spannend und auch lustig sein, wenn Schauspieler sich selbst spielen. Man nehm: Lass es, Larry! oder The Sarah Silverman Program und Gaststars als sie selbst in Entourage oder Big Bang Theory. Aber bleiben wir ruhig in Deutschland. Da wäre zuallererst Pastewka  zu nennen. Eine Comedy die zeigt, wie man’s richtig macht, nämlich mit viel Selbstironie und originellen Ideen

Das „sich selber spielen“ bleibt im Falle von Herbig blass und eindimensional, und sein Kumpel Rick Kavanian spielt sich selbst als Clown auf Speed. Die Dialoge wirken alle irgendwie auswendig gelernt und nicht echt.

Dann ist da noch Ricks Schwester (Gisa Flake) die im Buch als Naturkatastrophe angelegt ist und für Konflikt und Reibung sorgen soll… Bitte, woher stammt dieses Drehbuch? Aus der ersten Stunde eines Kurses für kreatives Schreiben an der Volkshochschule Itzehoe? Viel platter geht’s nicht. Das ist Comedy vom Reißbrett.

Gedreht wurde in klassischer amerikanischer Sitcom Manier vor einem Live Publikum. So erweckt die Aneinanderreihung flacher und vorhersehbarer Gags dann zuweilen durch die Lacher des Publikums (wenn sie denn echt sind) den Eindruck, das Ganze wäre irgendwie lustig.

Die Art der Produktion führt zwangsläufig zu einer Beschränkung der Drehorte. In der ersten Episode sind das Bullys Wohnung und ein Restaurant. Spätestens dort hat man dann den Eindruck eine sehr schlechte Boulevard Komödie zu sehen. Man sieht der Sitcom die amerikanischen Vorbilder wie Two and a Half Men und How I Met Your Mother deutlich an. Dadurch drängt sich zwangsläufig ein Qualitätsvergleich auf, dabei kann Bully macht Buddy nur absaufen. Die Serie hätte gut daran getan, eigene Ideen zu entwickeln und nicht nur einfach bei amerikanischen Vorbildern abzukupfern. Das kann nur in die Hose gehen.

Wie geht es in den nächsten Episoden weiter? Wird die „Buddy“ Produktion stärker in den Vordergrund rücken? Eigentlich will man das gar nicht mehr wissen, weil man nach einer Episode bereits das Interesse gänzlich verloren hat.

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Über Mick Baltes

Jahrgang 1962, studierte Politikwissenschaft und Kunst in Duisburg. Hat Spaß an Blues, Rock und gutem Songwriting. Ist Cineast und TV-Junkie. Arbeitet als Redakteur und Webdesigner.