Electroclash aus der Hauptstadt

Berliner Band Lia & Gasher: „Er ist der digitale Part, ich eher Fleisch und Blut“

Das junge Berliner Duo Lia & Gasher hat sich im künstlerischen Schnellkochtopf der Hauptstadt gefunden und ist spätestens mit der Veröffentlichung der zweiten EP dieses Jahr bereit, die Musikwelt und die Herzen von Electro-Fans im Sturm zu erobern. amusio.com haben sie auf ihre äußerst sympathische Art exklusiv von der Arbeit an ihrem Projekt „liaYOUn“ berichtet und verraten, warum Gasher früher ein Grottenolm war, Lia Tango singt und beiden der Input ihrer Fans besonders wichtig ist. Das Interview führte Kathrin Tschorn.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Lia & Gasher im Gespräch / Foto: Kristina Schippling

Lia & Gasher im Gespräch / Foto: Kristina Schippling

Eine Frage zum Einstieg: Wenn ihr Tiere sein könntet, welche wärt ihr dann gerne und warum?
Lia: Eine Löwin, weil das mein Sternzeichen ist. Mit Löwen verbinde ich ursprüngliche, gewaltige Kraft, aber gleichzeitig sind sie totale Genießer und liegen in der Sonne rum – das kann ich auch gut nachvollziehen.
Gasher: Da unser Logo den Löwen und den Raben zeigt, wäre es bei mir natürlich der Rabe. Früher habe ich auf diese Frage immer geantwortet: Grottenolm. Ich finde, das ist eine Entwicklung, die da stattgefunden hat. Mittlerweile kann ich fliegen und bin ein bisschen klüger.

Ihr stellt euch ja gerade einem lesenden Publikum vor, das euch nicht hören kann. Wie würdet ihr eure Musik einem tauben Menschen beschreiben?
Lia: Ich wollte zuerst Trip-Hop machen….
Gasher: (lacht) Ohne zu wissen, was das ist.
Lia: …aber es ist jetzt doch ziemlich anders geworden. Unsere Beats sind hart, die Musik ist rhythmisch und klingt ein bisschen nach 80er Jahre mit Synthesizern – experimenteller, manchmal auch industrieller Sound. Der Gesang ist weicher und sphärischer und bildet einen Kontrast zum Beat.
Gasher: Wir nutzen auch viele Dubstep- und tanzbare Elemente, spielen gerne mit dem Tempo. Was Genres angeht, haben wir oft unterschiedliche Vorstellungen. Für Leute, die uns nicht kennen, kann man unsere Musik wohl am besten als Electroclash beschreiben, vielleicht in Richtung Goldfrapp.

Ihr spielt ja erst seit kurzem zusammen als Band, schaut aber beide bereits auf einen Lebensweg voller künstlerischer Projekte zurück. Wie seid ihr zur Musik gekommen?
Gasher: Ich bin schon sehr früh mit Musik in Kontakt gekommen. Mit fünf habe ich begonnen, Geige zu spielen, danach Klavier. Später habe ich mir selbst Gitarre beigebracht und mit dem C64 die ersten Sachen komponiert. Aufnahmen veröffentlicht habe ich erstmals 2001. Seitdem hat sich das in unterschiedlichste Richtungen weiterentwickelt.
Lia: Bei mir ist das nicht ganz so gradlinig gelaufen. Ich habe leider nie wirklich ein Instrument gelernt, früher aber Gospel gesungen, wovon ich mich heute doch ziemlich getrennt habe. Ich wollte immer singen, aber es hatte nie so wirklich funktioniert. Ich habe begonnen, Texte zu schreiben und mit anderen Musikern in Hamburg die Punk-Rock-Metal-Band „Trashgland“ gegründet – bis der Gitarrist feststellte, dass er nicht live spielen möchte. Danach habe ich hauptsächlich Argentinischen Tango getanzt und gesungen.

Und wie habt ihr euch dann gefunden?
Lia: Wir haben in der gleichen Firma gearbeitet. Da habe ich gemerkt, dass Gasher viele künstlerische Projekte macht, was ich total toll fand. Er hatte dann ein Video meiner Tango-Arbeit gedreht und darüber sind wir in Kontakt geblieben.
Gasher: Das war unser erstes gemeinsames künstlerisches Projekt. Danach hatte sich das erst einmal verlaufen.
Lia: Nein, wir haben uns zu Geburtstagen eingeladen.
Gasher: (lacht) Ja, aber wir sind nie erschienen. Dieses Jahr ist Lia aber zu einer spontanen Jamsession von mir gekommen und hat mich gefragt, ob ich nicht Bock hätte, gemeinsam Musik zu machen. Und so hat das dann angefangen.

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!

Über Kathrin Tschorn

Kathrin Tschorn | Freiberufliche Musikredakteurin und Lektorin, beheimatet in Berlin. Stets Musik aus den Bereichen Pop, Rock, Indie, Jazz sowie allem dazwischen auf den Ohren und eine Tastatur unter den Fingern.