Wiener Exil-Slovenen legen los

Roy De Roy für „Civil Riots“ verantwortlich

In den letzten Jahren hat das Genre des rasend schnellen Balkan-Klezmer-Polka-Punkpops am inflationären Auflauf von Bands und Akteuren gelitten, die auf den trendigen Zug aufspringen wollten, nachdem sich der schon wieder Richtung Schwarzmeerküste in Bewegung gesetzt hatte. Da waren die Slovenen Roy De Roy aber schon längst in Wien angekommen, sie hatten es ja auch nicht weit und gingen einfach zu Fuß. Mit ihrem zweiten Album „Civil Riots“ (Las Vegas Records), das am 17. Januar das Licht der Welt erblicken wird, ziehen die „Bohemian Bolsheviks“ ihre Lehren aus zahlreichen Gigs in London, Paris oder Berlin: Abwechslung ist Trumpf!

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Bereit zum Aufruhr, die Herren? (Las Vegas Records / Broken Silence)

Bereit zum Aufruhr, die Herren? (Las Vegas Records / Broken Silence)

Es ist angerichtet: Gitarren auf der Überholspur, Heulsusen-Akkordeon, Pauken und Trompeten. Und doch widerstehen Roy De Roy der Versuchung, einfach draufloszulegen. Eine Songperle wie „Riot“ zeigt die Weiterentwicklung einer Band, die es bei allem Spaß ernst meint, was der inhaltlichen Aussagen ihrer Lieder entgegenkommt: „The Bible is sold out“ („Apostle Protection Program“).

Die Variabilität in Instrumentierung und Ausführung bricht derart entschlossen mit den öde geworden Genre-Grenzen, dass schon das Wort von einer Renaissance zu Lebzeiten die Runde macht. Vom Proletenwalzer, über kabarettistisch anmutende Polit-Travestien bis hin zu Schwermut im Rumpeltakt – dieses Package übertrifft in Sachen Überraschung, Spiel und Nascherei jedes Ü-Ei!

Unterm Strich bleibt die heißeste Empfehlung des Winters für einen Partyauftakt, der die Gäste in Staunen versetzt und dabei die Feier- und Tanzlaune direkt ins Schwarze katapultiert. Den Jungs von Roy De Roy seien für das neue Jahr viele feucht-fröhliche (After) Shows gegönnt. Was für eine Delikatesse! Literweise Štajerska und Prsut dazu, darauf einen zigfachen Slivo mit Kren und brennender Knallerbse.

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