Randy Newman zum 70.

Allround-Musiker mit politischer Denke

Heute gilt es einem bedeutenden, wenn nicht gar einem der wichtigsten US-amerikanischen Sänger, Songwriter und (Film-) Komponisten zum 70. Geburtstag zu gratulieren: Randy Newman. Musikalisch zwischen Piano basiertem Blues und Ragtime sowie Orchesterarrangements im großen Stil pendelnd, gehört Vielseitigkeit zu einer seiner Paradedisziplinen. Dabei erregt er mit seinen bissigen Kommentaren zur politisch-sozialen Realität immer wieder für Anstoß bei konservativen Hardlinern und Patrioten. Missverständnisse nicht ausgeschlossen, so wie bei der vielleicht bekanntesten Anekdote aus seinem Leben.

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Happy Birthday, Randy (randynewman.com)

Happy Birthday, Randy (randynewman.com)

Randy Newman? Kleine Menschen? Da war doch was? Richtig, mit seinem ersten „richtigen“ Hit „Short People“ fühlten sich Behindertenorganisationen und Kleinwüchsige mächtig auf den Schlips getreten, er wurde angefeindet, der Song boykottiert. Da hatte der Songwriter Randy Newman nicht deutlich genug gemacht, dass er keineswegs die physisch Kleinen als vielmehr die geistig Bornierten meinte, die „große, große Lügen“ zu erzählen pflegen. Dabei stehen soziale Ungerechtigkeit und das US-amerikanische Weltmachtgebaren bis heute im Zentrum seiner oftmals satirisch bis zynisch überzogenen Texte und Kommentare.

Als Musiker genießt Randy Newman unumstrittenen Spitzenstatus: 19 Oscar-Nominierungen (wobei er nur einmal die Trophäe mit aufs heimische Klo nehmen konnte, für den Song „If I Didn’t Have You“ aus „Monster AG“), ein Stern auf dem Hollywood Walk of Fame (2010) und zuletzt sein Eingang in die Rock and Roll Hall of Fame (im April dieses Jahres) – mehr geht kaum.

Außerhalb des englischen Sprachraums ist Randy Newman eine Randerscheinung und Kritikerliebling geblieben. Seine Texte sind mitunter nur schwer zu dechiffrieren, und dadurch gehören seine Songs bei aller Eingängigkeit nicht unbedingt zur Gattung der leichten Mitsingnummern. Wie dem auch sei, wenn Randy in die Tasten haut, wird er grundsätzlich von Größen auf Augenhöhe begleitet: Paul Simon, Elton John, Mark Knopfler … die Liste ist sehr sehr lang.

Als sein (frühes) Meisterwerk gilt gemeinhin „Little Criminals“, das Album von 1977, das „Short People“ beinhaltet. Wer einmal seine konzertante Seite erleben möchte, dem sei der Soundtrack zu „Awakenings“ („Zeit des Erwachens“) von 1990 ans Herz gelegt. Zum Heulen schön … Randy Newman zu entdecken lohnt immer, sein runder Geburtstag könnte ein guter Anlass sein, sich mit seinem Schaffen einmal näher auseinanderzusetzen. Aber dabei die Texte nicht immer wörtlich nehmen.

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