Keynote

Heute aus der Rubrik ‚Frauen oben ohne‘: Kim Kardashian eine heimliche Femen-Aktivistin?

Auf nackte Haut setzen, dass funktioniert immer, dachte sich Kanye West. Nur eben nicht, wenn man das wahrscheinlich schlechteste Video aller Zeiten gedreht hat. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an James Franco und Seth Rogen, die versuchten die amerikanische Ehre wiederherzustellen.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

 (Foto: Joseph Paris)

Femen-Aktivistinnen verschaffen sich medienwirksam mit Haut Gehör.
(Foto: Joseph Paris)

Ob unten ohne, wie Lady Gaga kürzlich in London oder oben ohne, wie die Verlobte von Kanye West, Erfolg kann man heutzutage haben – jedenfalls, wenn man sich nicht zu schade ist, nackelig auf einer Abrissbirne durch die Gegend zu schwingen.

Frauen verschaffen sich noch immer mit viel Haut Gehör. Protestiert Kim also lediglich oben ohne gegen das schauderhafte Video?

Viel Haut, das wissen nicht nur Miley Cyrus und die kämpferischen Femen-Aktivistinnen, bringt viel Publicity. Eine simple Rechnung, die immer noch aufgeht oder hätte man über die jungen Frauen von Femen intensiv berichtet, wenn sie alte, schrumpelige Waschweiber wären?

Das ist dann aber auch wahrscheinlich alles, was den ehemaligen Disney-Star mit den Aktivistinnen verbindet. Man muss scheinbar heutzutage aggressiv vorgehen, um in den Medien präsent zu bleiben, das ist auch das Argument der ukrainischen Gruppe.

Femen haben es mit ihren medienwirksamen Aktionen fast zu einem umstrittenen Rockstar-Status unter den Verfechterinnen für das vermeintlich Gute gebracht – schließlich ernten richtige Rockstars auch mal negative Kritik. Scherz beiseite: Würde man einen gestandenen Musiker auf solch voyeuristische Weise zur Schau stellen? – Würde er wahrscheinlich auch nicht mit sich machen lassen.

Nichtsdestotrotz, Gleichberechtigung scheint im Musikbusiness immer noch ein weitverbreitetes Fremdwort zu sein. Die Verbindung viel Haut = viel Erfolg zieht weiterhin. Im RY X-Video zum schönen Song ‚Berlin‚ aus der aktuellen Sony Werbung, kriecht eine barbusige junge Dame Sänger Ry Cuming über den oberkörperfreien Leib. Wobei hier vieleicht noch eine ästhetische Komponente zu erkennen ist, hätte man trotzdem mehr vom Australier erwartet, der selbst für das Konzept des Clips verantwortlich war. Auch Major Lazor hatten in ihrem neuen Video kürzlich den weiblichen Körper zelebriert oder doch zur Schau gestellt? Da ist man sich nicht sicher.

Eines ist jedenfalls ganz sicher: Die absolute Krönung haben wir diese Woche gesehen. Das neue Musikvideo von Dschungel-Model, TV-Sternchen und vermeintlicher DJane – Ach, sagen wir, wie’s ist: Allroundtalent – Micaela Schäfer:


„No Risk, No Fun“, war 90er. Nacktheit ist halt doch nicht alles, sonst wäre Micaela Schäfer jawohl die Kaiserin an den Plattentellern oder nicht?

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!

Über Emilia Gallas

Musikliebhaberin, Literaturwissenschaftlerin, freiberufliche Journalistin und Musikredakteurin aus Bremen. Elektronische Sounds sind ihr willkommen, alle anderen aber auch.