Zu viel Information

Frech, frischer, Annett Louisan

Am 14. Februar unterzieht sich die ohnehin schon quicklebendige deutsche Popmusikszene einer weiteren Frischzellenkur. Denn wenn Annett Lousian vordergründig „Zu viel Information“ (105music) beklagt, dann tut sie dies mit der ihr eigenen feinen Ironie. Und dabei wird sie exakt so viel von sich preisgeben, wie es sich einer Künstlerin geziemt, die gelernt hat, dass sie sich keine Blöße geben darf, will sie die hohen Erwartungen übertreffen, die ihre Karriere von Beginn an begleiteten. Das kommt davon, wenn man die eigene Messlatte so hoch legt und dabei so „kompakt“ daherkommt wie Annett Louisan.

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Klug gewähltes Cover (105music/Inpromo)

Klug gewähltes Cover (105music/Inpromo)

Um es vorweg zu nehmen: „Zu viel Information“ lässt keine Wünsche und kaum eine Frage offen. Der Mix aus Flottem und Nachdenklichem ist bestens austariert, die Produktion wartet mit zahlreichen Details auf, denen es gelingt, den nach wie vor phasenweise etwas grob gemusterten Texten den letzten Schliff zu geben. Zusammen passt dann alles wie angegossen, als wäre es schon immer dagewesen. Als wäre die gebürtige Havelbergerin mit der ihr eigenen Mischung aus Göre, Vamp, Fee und bester Freundin schon immer integraler Bestandteil der deutschen Popszene gewesen. Sie gehört unverbrüchlich dazu – und verteidigt ihre führende Position auf „Zu viel Information“ mit größtmöglicher Selbstverständlichkeit.

„Ich habe endlich ganz konkrete Vorstellungen von den Klängen und der Dramaturgie eines Songs“, lässt sie verlautbaren. Und tatsächlich ist dem neuen Album durchgängig anzumerken, dass Annett Louisan es nicht nur vermag, eigene Vorstellungen zu entwickeln. Sie setzt sie auch um. Zehn Jahre nach ihrem Debutalbum „Bohème“ gelingt es ihr lockerem Gestus das Schwere leicht erscheinen zu lassen – und die Schwere des (vordergründig) Leichten zu entlarven.

Führt Gutes im Schilde: Annett Louisan (Inpromo)

Führt Gutes im Schilde: Annett Louisan (Inpromo)

Die intensive Arbeit sowohl mit dem bewährten Team als auch mit neuen Kollegen schlägt sich in einer Stilvielfalt nieder, die bei aller Variabilität keinesfalls beliebig erscheint. Vorausgesetzt, Annettes Stimme sorgt nicht per se für Vorbehalte, so zieht mit „Zu viel Information“ Freude und beste Unterhaltung ins Haus. Und ab dem 1. April in die deutschen und österreichischen Konzertsäle (alle Tourdaten auf www.annettlousian.de einsehbar).

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