Musik als Introspektive: MF/MB und ihr Zweitling „Colossus“

Die schwedische Post-Rock-Band MF/MB hat ihr zweites Album veröffentlicht. „Colossus“ heißt der Nachfolger von „Folded“ (2010) und ist seit dem 1.3. in Deutschland erhältlich.
Einige aufmerksame Hörer werden vielleicht bereits über das ziemlich grandiose „Casualties“, die erste Singleauskopplung der mit zwei Schlagzeugen ausgestatteten, sechsköpfigen Band aus Malmö gestolpert sein.

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MF/MB. Bild :Theo Lundgren

MF/MB. Bild :Theo Lundgren

Die Schweden nehmen ihre Zweitgeburt ziemlich ernst:

„‚Colossus‘ is both self-examination and therapy. It’s coming to terms with ourselves and with the battered beast that’s our band.

On “Folded” our anger and frustration were directed outward towards all the bastards who didn’t understand. On “Colossus” we look inward instead, hoping to get answers to all the things we don’t understand“, lässt man auf seiner Website ernst bedeutungsschwanger verkünden.

MF/MB. Bild: Jens Nordström.

MF/MB. Bild: Jens Nordström

Musik als Therapie und Selbstversuch? Das klingt nach starkem Tabak und passt nicht in unsere wohlgeformte Castingwelt. MF/MB machen kein Kehl aus ihrer Frustration mit dem engstirnigen schwedischen Kleinod namens Malmö, dem sie entflohen sind. Musik ist nichts, was man einfach aus Spaß macht. Es ist ein dringend benötigtes Ventil.

Das alles ist ein großes Glück, denn nur zerrissene Künstlerseelen bringen Großes zustande. Im Fall der sechs Schweden sind das intensive Wave-Soundwände, die an Arcade Fire erinnern und deren glänzender Lack von wüsten Gitarrenriffs zerkratzt werden. Rock kann man das nennen, muss es aber nicht.

Die Musik von MF/MB ist jedenfalls angenehm düster und eigenwillig, manche Songs driften minutenlang richtungslos dahin. Atmosphärische Dichte ist die entscheidende Komponente des Erfolgsrezepts der reflektierten Skandinavier, die im März in Deutschland unterwegs sind und ihre in Musik gegossene Selbstbespiegelung in folgenden Locations mit ihren Zuschauern teilen:

  • 22.3.: Dresden, Scheune
  • 23.3.: Berlin, Lido
  • 24.3.: Jena, Café Wagner
  • 26.3.: Mainz, Schon Schön
  • 28.3.: Leipzig, Moritzbastei
  • 30.3.: Bremen, Tower

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