Vier gewinnen

Post Rock Auslese Winter 13/14

Für die Post Rock Szene fällt der Jahrgang 2013 unterdurchschnittlich aus. Kaum herausragende Alben, rückläufige Newcomer-Zahlen, Anzeichen von Stagnation und kreativer Erschöpfung allenthalben. Andererseits erfreuen sich die emblematischen Gitarrenwände samt der elegisch-euphorischen Melodieführung mittlerweile bei Werbeclip-Kompositeuren einer bemerkenswert großen Beliebtheit (Mercedes Benz u.v.m.). Doch vier taufrische Veröffentlichungen stimmen zuversichtlich und deuten darauf hin, dass gegen Ende einer vorgezogenen Hibernation eine neue Morgenröte zu erwarten steht.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Heroische Geister: TPOS (bandcamp)

Heroische Geister: TPOS (bandcamp)

This Patch Of Sky – Heroes and Ghosts

Die Band aus Oregon bevorzugt einen puristischen Post Rock Sound, der hochmelodische Kaskaden und (nach der Kunstflugfigur benannte) Immelmann-Dramaturgien mal aneinanderreiht, mal aufschichtet. Nach zwei EPs (von jeweils über 40 Minuten Spielzeit) haben sie sich erstmals an ein Stundenwerk gewagt, das die Spannung konstant hochhält und mit dem annähernd zehnminütigen Titeltrack eine veritable Apotheose erfährt. Das auf Rauchfotografie basierende Artwork tut das Seine dazu. Das Verdichtete wird sich verflüchtigen, dann vergehen. Doch das Erlebnis dieser Platte bleibt. Von „And Death Shall Have No Dominion“, wie der packende Opener proklamiert, bis zu den “White Shores” des Outros, wo ein lust- und leidvoll erfülltes Leben überwunden wird, das unmöglich vergehen kann. (6/6)
http://thispatchofsky.bandcamp.com/album/heroes-and-ghosts

From Oceans To Autumn – A Perfect Dawn

Himmelserscheinung: FOTA (bandcamp)

Himmelserscheinung: FOTA (bandcamp)

Deutlich rauer, wenngleich nicht minder melodisch präsentieren sich From Oceans To Autumn auf ihrem bereits dritten Longplayer. Doch das ungestüme, mitunter krachlederne Element ihres Sounds haben sich die Jungs aus North Carolina selbst ins Pflichtenheft geschrieben, bezeichnen sie das Ganze doch als „Atmospheric Sludge Metal“. Weitestgehend 1:1 und unter Verzicht auf Keyboards und Pedalbatterien eingespielt, fließt herbe Sahne mit zartem Schmelz aus den Lautsprechern direkt in des Hörers Gefühlswelt: Reale Verzweiflung misst sich mit archaischer Hoffnung und der „Illusion of a moving Sun“, diffuse Ängste genesen am Heilsversprechen eines musikalischen Taumels, der sich rechtzeitig in den fein gewobenen Fäden der Songstrukturen wieder auffängt. (6/6)
http://fromoceanstoautumn.bandcamp.com/album/a-perfect-dawn

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