Aus dem Zoo frei gelassene Tiere im Weltraum

Felix Kubin und Mitch & Mitch, ZA! + SchnAAk and the Rundu Choir live im Leipziger UT Connewitz am 05.12.2013

Es war ein kalter und ungemütlicher Dezembertag und ich wollte einfach nicht so richtig in Konzertstimmung kommen. Aber die Avantgarde-Frickel-Elektro-Combo SchnAAk live zu erleben, war von langer Hand geplant.

So fand ich mich am Tag vor Nikolaus dann doch im immer wieder anmutig erscheinenden UT Connewitz ein und wurde mal wieder vom ersten schnAAkschen Takt an umgehauen: Treibendes Schlagzeug, furiose Synchronität und ein abwechslungsreiches Blipp-Blupp-Bleep aus der Synthie-Mac-Burg zauberten nicht nur mir eine Frühlingswiese in das vom Winter geplagte Gemüt.

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SchnAAk livei mUt Connewitz am 05.12.2013 / Foto: Dominique Behlau

SchnAAk live im UT Connewitz am 05.12.2013 / Foto: Dominique Behlau

„Hat der beim letzten Mal nicht auch noch ab und zu Gitarre gespielt?“

Diese Frage stellte ich mir, weil ich das letzte SchnAAk-Konzert sehr gitarrenlastig im Hinterkopf abgespeichert hatte. Egal, die Drums waren echt und haben das Ganze organisch und lebendig gehalten.

Okay, das war schon geil. Was aber nach der kleinen Umbaupause mit den Typen von ZA! abging, ist schwer in Worte zu fassen. Das aus Barcelona stammende Duo enterte zu Beginn den kompletten Saal und trommelte wie wild auf allem herum, was die Empore zu bieten hatte. Bei anderen Gruppen würde dies „arty-farty“ rüberkommen. Bei ZA! allerdings zuckt derart das verrückte Lächeln im Gesicht, dass man sich einfach freuen muss.

Das gilt auch für die wilde und exzentrische Musik: Trompetenklänge, Vocaleffekte, verfremdete Gitarren, Jungle-Beats und absolut körperbetonte Tanzeinlagen machten das Konzert zu einer interaktiven Unterhaltungsshow.

Als die Musiker jedoch kurz um Ruhe für einen (vielleicht) ruhigeren Song bitteten, gab es natürlich Zwischenrufe.

Diesen Idioten kann man also auch auf abgefuckten Special-Interest-Konzerten einfach nicht entkommen.

Felix Kubin und Mitch & Mitch konnte ich mir aus Gründen leider nicht mehr ansehen. Zwei Bands am Abend reichen aber auch aus. Vor allem, wenn sie so anspruchsvoll und experimentell, wie diese drei sind.

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Über Peter Geuze

Lebt und arbeitet als Musiker, Musiklehrer und freiberuflicher Musikredakteur in Leipzig. Lieblingsthema ist rockige Gitarrenmusik, aber auch für andere Klänge hat er stets ein offenes Ohr.