Ice Ice baby

‚Die Eiskönigin – völlig unverfroren‘ übernimmt Kino-Thron

Da hat der neue Disney-Streifen in der zweiten Woche doch glatt Platz eins der offiziellen deutschen Kino-Charts erobert und den aktuellen Teil der ‚Tribute von Panem‘-Reihe überholt. Hochgelobt wurde das Werk ‚Die Eiskönigin‘ – so untypisch und neuartig, heißt es, soll der Film sein.

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Der FIlm 'Die Eisprinzessin' startete am 27. November in den Kinos. (Bild: Disney 2013)

Seit dem 28. November läuft der Film ‚Die Eiskönigin‘ in den Kinos.
(Bild: Disney 2013)

Die Geschichte selbst braucht allerdings etwas, um in Gang zu kommen. Vom Unfall in Kindertagen, Isolation und dem Tod der Eltern, rein in die Lovestory zwischen Prinz Hans und der jüngeren Schwester Anna – natürlich inklusive sofortigem Heiratsantrag nach dem ersten Kennenlernen. Und das alles am Krönungstag der älteren Schwester Elsa, die eine besondere Gabe besitzt.

Der erwachsene Zuschauer fragt sich an dieser Stelle, ob der Film bald mal durchstartet und vor allem, ob Disney diesmal noch die Kurve kriegen wird. Dann geht es aber auch schon weiter im Wechselbad der Gefühle: Die Flucht der Erstgeborenen, durch die das gesamte Königreich, Arendelle, von einem ewig währenden Wintereinbruch heimgesucht wird.

Die jüngere Schwester begibt sich sodann alleine auf die Suche nach Elsa und begegnet den tatsächlichen Helden des Films, ohne die der Streifen so gar nicht Fahrt aufnehmen würde. Da sind Schneemann Olaf – gesprochen von Hape Kerkeling – der von Sommer, Sonne und Hitze träumt oder der Eisverkäufer Kristoff mit seinem treuen Rentier Sven.

Währenddessen bleibt Prinz Hans zurück, führt die royalen Geschäfte und verteilt warme Pullover. Falls der aufmerksame Zuschauer den Braten jetzt noch gerochen hat, spricht Eisverkäufer Kristoff als Erster aus, was sich der eine oder andere bereits gedacht hat und hinterfragt die Hochzeitspläne Annas mit einem quasi völlig Fremden.

Nein, diesmal ist es nicht der Prinz, der die Prinzessinnen rettet – das ist neu. Schafft es also der von Trollen aufgezogene Eisverkäufer, Anna und Elsa zu helfen oder müssen sich die jungen Frauen gar selbst retten? Emanzipation? Nun ja, das auch nicht. Dafür liebt Disney seine Klischees viel zu sehr und das Ende, die Entwicklung der Geschichte, ist auch fast schon absehbar, schließlich ist ja Weihnachten.


Generell wird in dem neuen Streifen wieder mal viel gesungen, bis einem die Ohren klingeln. So bekommt der Film zeitweise einen zu starken Musical-Charakter, den man von Disney zum Teil ja schon gewöhnt war. Durch komischen Wortwitz, sympathische Antihelden und meist humorvolle, schnelle Dialoge, gewinnt das Werk jedoch eine recht liebenswerte Komponente hinzu.

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Über Emilia Gallas

Musikliebhaberin, Literaturwissenschaftlerin, freiberufliche Journalistin und Musikredakteurin aus Bremen. Elektronische Sounds sind ihr willkommen, alle anderen aber auch.