Musikalisches Kalenderblatt

Ein Leuchtturm der modernen Musik – zum 50. Todestag von Paul Hindemith

Heute vor 50 Jahren, am 28. Dezember 1963, starb in Frankfurt am Main der Komponist und Bratschist Paul Hindemith. Neben Arnold Schönberg und Igor Strawinsky war Hindemith eine der herausragendsten Figuren der Musik des 20. Jahrhunderts. Auch unter der Diktatur der Nazis hielt er so lange die Fahne der modernen Musik hoch, bis ihm schließlich nur noch der Weg ins Exil blieb. Seine Musiksprache ist zwar oft herb und rau, bleibt aber immer zugänglich und verständlich.

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In diesem Turm in Frankfurt am Main lebte Hindemith von 1923 bis 1927 (Foto: Magnus Manske, Quelle: Wikimedia Commons)

In diesem Turm in Frankfurt am Main lebte Hindemith von 1923 bis 1927 (Foto: Magnus Manske, Quelle: Wikimedia Commons)

Mit dem bei den Donaueschinger Musiktagen uraufgeführten 3. Streichquartett op. 16 gelang ihm 1921 der Durchbruch zu einem der weltweit renommiertesten Komponisten moderner Musik. Seine Sinfonie „Matthis der Maler“ gehört noch heute zu den beliebten Stücken des klassischen Konzertrepertoires. Hindemith hatte ein sehr geerdetes Verhältnis zu seiner Musik, sah sich selbst als musikalischen Handwerker und betrachtete sein Schaffen stets auch im sozialen Kontext.

Geboren wurde Hindemith am 16. November 1895 in Hanau. Sein Vater, der als Anstreicher arbeitete, ermöglichte seinen drei Kindern schon früh eine musikalische Ausbildung und ließ sie öffentlich als „Frankfurter Kindertrio“ auftreten. Auch Hindemiths Bruder Rudolf wurde später als Cellist und Komponist professioneller Musiker.

Nach seiner Ausbildung am Hochschen Konservatorium in Frankfurt am Main wirkte Paul Hindemith als Konzertmeister an der Frankfurter Oper, als Militärmusiker im Ersten Weltkrieg, als zweiter Geiger und später als Bratscher des Amar-Quartetts und schließlich als Professor für Komposition an der Berliner Hochschule für Musik.

Seine konsequente Haltung brachte ihn zunehmend in Konflikt mit den Nazis. 1936 wurde die Aufführung seiner Werke verboten. 1938 emigrierte er mit seiner Frau in die Schweiz, 1940 ging das Ehepaar in die USA. Als Professor für Komposition lehrte Hindemith an der Universität Yale. 1953 kehrte er in die Schweiz zurück. Zehn Jahre später verstarb er an einer Bauchspeicheldrüsenentzündung in einem Frankfurter Krankenhaus.

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