Auftakt zum Beginn des neuen Jahrs 2014

Fulminanter Flamencoabend mit Antonio de Cádiz

Die ganz eigene Mischung aus Tango, Flamenco, Sevillana und klassischem Repertoire unter dem griffigen Motto Tour del Sur machte aus dem Silvesterabend des eben erst vergangenen Jahres etwas Besonderes auch deshalb, weil neben drei ausgezeichneten Musikern mit Sabine Jordan und Sheila Runa zwei hervorragende Flamencotänzerinnen auf der Bühne standen. Das historische Ambiente des Erfurter Rathausfestsaals ist zwar für diese Art von tänzerischer und musikalischer Darbietung nicht unbedingt der passende Rahmen, doch die gerade für eine solche Besetzung akustisch ideale Raumgrösse und -höhe ließ leicht darüber hinwegsehen.

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Sabine Jordan und Sheila Runa am Silvesterabend (H.-P. Mederer)

Sabine Jordan (rechts) und Sheila Runa am Silvesterabend (H.-P. Mederer)

Die klassischen Stücke des Abends waren sämtlich dem eher bekannten Fundus iberisch-lateinamerikanischer Tradition mit der entsprechenden folkloristischen Grundlage  entnommen, darunter auch so schwierige Beispiele wie Asturias von Isaac Albeniz zu Beginn oder der berühmte Fandango Luigi Boccherinis, hier vom Original für Gitarre und Streichquartett arrangiert für ein Gitarrenduo mit dem zusätzlichen Perkussionisten Johannes Doschew und auch den Kostümen nach stilvoll ergänzt durch die tänzerische Aufführung einschließlich Kastagnettenspiel. Leidenschaft und Begeisterung, um eine der Raritäten des Abends, den aus Cádiz selbst stammenden Tanz Alegría, wörtlich zu nehmen, strahlten dabei vor allem Sabine Jordan und der junge brasilianische Gitarrist Paulo Ares aus.

Statt eines Konzertprogramms führte der selbst früher in Erfurt ansässige Musiker Antonio de Cádiz als Moderator durch das Programm. Gesanglich wurde er von Johannes Doschew unterstützt und an der zweiten, ebenfalls den Genres gemäß mit Stahlsaiten bespannten Gitarre von Paulo Ares. Der lateinamerikanischen Musik waren – nach einem spanischen Stück von Manuel de Falla – nicht nur die argentinischen Tangos gewidmet, sondern auch zwei moderne brasilianische Stücke, eines von Ares‘ Vokalstimme getragen. Nach dem kräftigen Applaus gab es als Silvesterknallbonbon noch einen ausdrucksstarken Flamenco als Zugabe. In genau einem Jahr will die Truppe wieder in der thüringischen Landeshauptstadt gastieren.

 

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Über Dr. Hanns-Peter Mederer

Kulturwissenschaftler in Erfurt, Studium der Literaturwissenschaft, Europäischen Ethnologie, Musikwissenschaft und Gräzistik vor allem an der Universität Hamburg, seither tätig im Verlagsgeschäft und in der Publizistik, besondere Interessensgebiete: Reisen und Musik verschiedener Länder.