Hanne Kolstø mit Sensationsalbum

Flashblack – von den Fjorden hinaus in die Welt

Mit der Erscheinung von Hanne Kolstø als strahlender Polarstern am Pop-Firmament nährt sich der furchtbare Verdacht, in Skandinavien existierten Zuchtfarmen für immer wieder überraschend innovative weibliche Künstlerinnen, die leichte Muse mit dem gewissen Etwas aus Anspruch und Verspieltheit ins Einvernehmen setzen. Die Schwedinnen Susanne Sundfor und Lykke Li oder die Isländerin Emilíana Torrini (um die ganz große kleine Isländerin mal außen vor zu lassen) bilden dabei allenfalls die trügerische Spitze eines schier unermesslichen Eisbergs an Talenten ab, der nur darauf wartet, von den Eisbrechern des internationalen Business touchiert zu werden.

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Flashblack Cover (Karmakosmetix / Broken Silence)

Flashblack Cover (Karmakosmetix / Broken Silence)

Mit der Norwegerin Hanne Kolstø steht nun endlich auch für den deutschen Musikbedarf eine weitere nachhaltig wirkungsvolle Kollision in Aussicht.„Flashblack“ (Karmakosmetix / Broken Silence), das am 21. Februar das Licht der deutschen Popwelt erblicken wird, erzeugt aus dem Stand einen atemberaubenden Sog aus Vielschichtigkeit und kompositorischer Cleverness, der es geradezu darauf anzulegen scheint, sich jeglicher Kategorisierung entziehen zu wollen: Dream-Electronica, Electronica-Folk, Wave-Pop-Electronica, bitte sehr! Dabei interpretiert Hanne Kolstø ihre verwunschenen Melodiebögen angenehm zurückhaltend; sie muss nicht auf exaltierte Stimmgewalt zurückgreifen, um den Beweis anzutreten, dass es den Kompositionen und Arrangements durchgängig gelingt, eine songdienliche Verdichtung und somit bleibende Werte zu schaffen.

Schon der Opener und Titeltrack sorgt beim unvoreingenommenen Hören für hochgezogene Augenbrauen, erhöhte Pulsfrequenz und Speichelfluss – geneigt, diese Fülle an Ideen und Sounds in einem (!) Song gleich noch mal erleben zu wollen, warten neun weitere Klassetracks auf die Enthüllung ihrer zahlreichen Überraschungsmomente. Ob diese nun im vollen Ornat oder bis aufs Gerüst reduziert auftreten, lässt sich mit kurzem Anspielen nicht dingfest machen, die Songs entpuppen sich als launische, aber wohlmeinende Wechselbalge und fordern intensives Zuhören (Staunen inklusive), was den Vorteil mit sich bringt, Hanne Kolstø auch als gewiefte Texterin entdecken zu können. Dabei könnte es als bedauerlich empfunden werden, dass sie sich nicht des Idioms ihrer Heimat bedient, würde dies die ans Magische appellierende Eigenartigkeit des Albums sicher noch verstärken (so man des Norwegischen nicht mächtig ist).

Aber Hanne Kolstø ist ganz klar auf den globalen Markt ausgerichtet, dabei übertrifft sie die gemeinhin gültigen Standards auf Anhieb. Zugegeben, das ist nicht ganz korrekt, denn die Künstlerin versetzte als (bessere?) Hälfte des Electro-Projekts Thelma & Clyde bereits so manchen Indie-Dancefloor in wohliges Beben. Und – bei „Flashblack“ handelt es sich bereits um das zweite Album der Ausnahmekünstlerin. Damit nicht genug: Mit „Stillness and Panic“ steht in ihrer Heimat bereits Album Nummer 3 in den Startlöchern. Soviel gute Kunde zu guter Letzt: Ausgehend von dem alsbald in Deutschland erhältlichen Album (mit anmutigem Artwork) hat Hanne Kolstø bereits für reichlich Nachschub gesorgt. Ignorieren zwecklos.

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