Julian von Funions Agency beweist auf Anhieb ein ganz besonders feines Näschen. Mit Isolation Berlin hat er als Promoter eine Band am Start, die unweigerlich aufhorchen lässt: Irgendwo an Ton Steine Scherben, Element of Crime, Tocotronic (mittlere Phase) und Erdmöbel zugleich erinnernd, legen die Jungs von Isolation Berlin eine Debüt-Single vor, die verdammt Lust auf mehr und noch mehr macht. Aus Köln ergehen beste Grüße an die deutsche Kulturhauptstadt Nummer 2.

Aus der Kneipe ins Aquarium: Isolation Berlin (Funions)
Aus der Kneipe ins Aquarium: Isolation Berlin (Funions)

Die Presseinfo schwadroniert von NDW, Post-Punk und chansoneskem Pop. Nur letzteres erfüllt die Debüt-Single „Aquarium“, wobei die intonierte Nähe zu Rio Reiser und die Lockerheit von Erdmöbel sofort auffallen. Post-Punk und NDW dürften der bald anstehenden EP vorbehalten bleiben.

Ferner spricht die Pressemitteilung von Melancholie, Wut und apathischem Weltekel. Keine Sorge, auch das ist de facto auf „Aquarium“ nicht zu vernehmen. Hallo Jungs, der Song macht gute Laune – oder bin ich einfach nur emotional derangiert und altklug? Verlasse ich mich also lieber auf meine hellseherischen Fähigkeiten: Isolation Berlin haben Zukunft, und die gilt es zu teilen!

Das Video – http://www.youtube.com/watch?v=CVz6p61Aoig – tapert in der Bildsprache noch ein wenig zu unentschlossen herum, aber dieses Jammern auf hohem Niveau wird von der Qualität des Songs direkt ins Abseits manövriert. Gucken, hören, kaufen, gern haben … auf eine hoffentlich lange Zeit!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert