Mit „Elemente“ (TWS Music / Metal Promotions, ab 31. Januar erhältlich) legen die Thüringer Männer von Hangatyr ein Album vor, das auf Anhieb und in jeglicher Hinsicht funktioniert. Feine Produktion (die Band höchstpersönlich und Alexander Dietz, Heaven Shall Burn), schlüssige Kompositionen und ein gutes, sehr gutes Gefühl. Als hätten Eisregen und Ewigheim Hochzeit gemacht. Verteufelt eingängig, phasenweise schwerblütig, und dann wieder voll auf die Fresse – so muss das sein!

Hangatyr (TWS Music )
Hangatyr (TWS Music )

Zugegeben, Hangatyr sind keine Rookies; die Band besteht bereits seit gut acht Jahren. Doch inzwischen scheinen Marco (Bass), Ali (Gitarre 1), Silvio (Stimme), Michael (Drums) und Tele (Gitarre 1 +) dermaßen Selbstvertrauen aufgebaut zu haben, dass ihr Werk „Elemente“ zum Selbstläufer gerieren könnte. Die erklärt ganz harten Schwarzmetaller dürften dem zwar nicht zustimmen, dafür ist das Album einfach zu melodisch, zugänglich und durchdacht geraten. Aber es steht dem „Black“ ja auch ein „Pagan“ vor – und das erklärt so einiges, wenn nicht gar alles.

Hangatyr spekulieren nicht auf die Extreme, nicht auf Großmannssucht oder stilisierte Misanthropie. Ebenso wenig auf Trallala und folkloristisch Verlogenes. Nein, sie zelebrieren die Balance aus den lobenswerten Aspekten: Geradlinigkeit ohne Anbiederung, Härte ohne Selbstzweck. Wohlfühlmusik, für die es sich nicht zu schämen gilt, das Riffing quasi power-metallig, die Songs ausnahmslos griffig, die Präsenz (tippe mal auf 4 /5 Bartträger) korrekt.

Leicht lieblos: das Cover (TWS Music/Metal Promotions)
Leicht lieblos: das Cover (TWS Music/Metal Promotions)

Fein besaitet gestrichene Akustikgitarren beseelen den wohlfeilen Reigen aufrichtiger Verfechter. Einzig Silvio (Gesang) hält sich in punkto Variabilität deutlich hörbar zurück, ist nun einmal Stilmittel. Aber ab und an eine „clear voice“ – wäre auch nicht zu verachten. Hoffe, die netten Kerle hauen mir nicht bei der nächsten Gelegenheit auffe Schnauze, weil ich ihnen hiermit offiziell Pop-Appeal unterstelle. Für „Extrem-Metal“ zu eingängig, für „Black Metal“ viel zu sauber produziert, – was will man mehr?!

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