Für Freude des gepflegten Musikgeschmacks ist das gemeinsam von Sophia Jani und Carlos Cipa komponierte und ausgeführte Werk Relive nun zum Auflegen da: als CD, Vinyl (150 x Silver, 350 x Black) oder, zur Not, Download (wobei das dann mit dem Auflegen etwas schief gerät, rein sprachlich). Ein Klavierwerk in zwei Teilen zur Güte, das pünktlich zum Festival „Zivilisation der Liebe“ in Köln vorlegt wird.

Klavier gefällig? Carlos Cipa und Sophia Jani, "Relive" (Denovali)
Klavier gefällig? Carlos Cipa und Sophia Jani, „Relive“ (Denovali)

Das Werk „Relive“ legt mit seinem (mitunter wohltemperierten) Piano den Beweis nahe, dass Klangfülle keine Frage der Aufnahmetechnik darstellt, so wie es uns viele elektronisch verstärkt Hochgezüchtete weiß machen wollen. Was nicht zuletzt auch Klavierbauer aufhorchen lassen sollte.

Dabei gehen Sophia Jani und Carlos Cipa (auf ihrem Album Relive) alles andere als sperrig oder verkopft vor, ihre Herangehensweise ist weniger analytisch als etwa die von dem (noch) ungleich populäreren Hauschka (Festival!) oder von Ludovico Einaudi („best selling classical artist of 13“). Es ist ihrer Musik anzumerken, dass sie Jazz und Metal und andere vermeintlich wesensferne Einflüsse nicht verachten.

Auf dem Album transponieren sie die gehört/gelernt/verstandenen Mechaniken und erschaffen dadurch freies Feld für auch rhythmisch außergewöhnliche Versuche, die hier eine gewisse Meisterschaft nicht nur vermuten lassen. Satie, Debussy, – Jani/Cipa – marktschreierisches Namedroppin, das seinen zart zutreffenden Sinn für Korrektheit und Sinnhaftigkeit ausnahmsweise mal nicht unter den zarten Scheffel eigener Verlogenheit zu stellen braucht.

Allen, die Cipa anlässlich der „Zivilisation der Liebe“ am 26. Januar zu Köln zuhören werden, sei an dieser Stelle schon von „Amygdalam“ aus gratuliert. Allen anderen Grenzen Verkennenden, zu zeitgenössisch entspannter Pianomusik Neigenden, sei der Kauf des Albums an Herz und Ohr gelegt.

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